Mit Jesus in Jerusalem XXI: Der Weg nach Emmaus


Am selben Tag waren zwei Jünger unterwegs zum Dorf Emmaus, das ein gutes Stück Weg von Jerusalem entfernt lag.

Sie unterhielten sich darüber, was sie in den letzten Tagen erlebt hatten.

Während sie sich unterhielten, kam Jesus dazu und schloss sich ihnen an. Aber es war so, als hielte ihnen jemand die Augen zu, denn sie konnten ihn nicht erkennen.

Er fragte sie: „Worüber seid ihr so sehr ins Gespräch vertieft?“ Da bleiben sie traurig stehen, und der eine – er hieß Kleopas – meinte: „Du bist wahrscheinlich der Einzige in Jerusalem, der nicht weiß, was dort in den letzten Tagen passiert ist!“

Jesus fragte sie: „Was ist denn passiert?“, und sie erzählten ihm: „Sie haben Jesus von Nazareth hingerichtet. Er war ein großer Prophet, und er hat von Gottes neuer Welt erzählt, er hat Kranke geheilt und Wunder getan. Aber unsere Priester und viele Mitglieder des jüdischen Rates haben dafür gesorgt, dass er zum Tode verurteilt und gekreuzigt wurde. Wir hatten gehofft, dass er Israel erlösen würde! Jetzt sind schon drei Tage vergangen, seit all das geschehen ist. Dann kamen einige Frauen, die auch zu seinen Freunden gehören, uns aus der Fassung gebracht, als sie erzählten, sie seien bei seinem Grab gewesen und hätten es leer vorgefunden. Sie sagten, Engel hätten ihnen erzählt, dass Jesus lebe. Da sind einige von uns sofort zum Grab gelaufen, und es war so, wie die Frauen gesagt hatten. Aber Jesus haben sie nicht gesehen.“

Da sagte Jesus zu den beiden: „Warum seid ihr so begriffsstutzig und glaubt nicht, was die Propheten verkündet haben? Musste Christus nicht alles erleiden, um in Gottes neue Welt zu gelangen?“ Und Jesus erklärte ihnen alles, was in den Schriften über ihn gesagt wurde, angefangen bei Mose bis zu allen Propheten. So kamen sie nach Emmaus, und es war schon am Dunkelwerden. Jesus tat so, als wolle er weitergehen.

Da baten sie ihn: „Bitte bleib! Es ist bald Abend, und du kannst heute unser Gast sein.“ Er ging mit ihnen ins Haus und blieb dort. Nachdem sie sich alle zum Essen niedergelassen hatten, nahm er das Brot, sprach ein Dankgebet, brach das Brot und gab es ihnen. Da fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen und sie erkannten ihn – aber im selben Augenblick verschwand Jesus.

Da sagten sie zueinander: „War es nicht so, als wäre unser Herz Feuer und Flamme, als er uns unterwegs die Heiligen Schriften erklärt hat?“

Sie sprangen auf und eilten nach Jerusalem zurück. Dort fanden sie die elf Jünger beieinander. Die Jünger riefen ihnen zu: „Jesus ist wahrhaftig auferstanden!“ Da erzählten die beiden Jünger aus Emmaus, was sie gerade erlebt hatten.

Während sie noch sprachen, stand plötzlich Jesus mitten unter ihnen und begrüßte sie: „Shalom! Friede sei mit euch!“ Sie erschraken, weil sie glaubten, sie sähen ein Gespenst. Jesus ließ sie sich überzeugen, indem sie ihn anfassten. Und er aß einen Fisch vor ihren Augen. Da glaubten sie es, und endlich siegte die Freude über ihre Angst und ihr Staunen.

(Nach Lukas 24, 13-43)