Rift-Valley Tansania

Bei akuter Hungersnot sorgt die Partnerschaft für Mais, wie hier im Februar 2016.

 

Seit 1994 besteht zwischen dem Kirchenbezirk Bad Urach und der Anglikanischen Kirche im Rift Valley in Tansania eine Partnerschaft.

Die Kirche dort ist materiell arm, aber reich an geistlicher Kraft.
Durch Spenden von Einzelpersonen und des Kirchenbezirks kann die Finanzierung der Bibelschule St. John's College unterstützt, bei akuten Hungers­nöten und weiteren Projekten geholfen werden.

 

Besuche durch Jugenddelegationen bereichern und vertiefen die Partnerschaft unter den Jugendlichen und schaffen dauerhafte Verbindungen.

Aktuelles aus der Partnerschaft

den aktuellen Rundbrief mit vielen Informationen aus der Partnerdiözese in Tansania findenSie hier.

 

Elisabeth Schenk schreibt als Apothekerin in unserer Partnerdiözese des Rift Valley in Tansania:

 

 

Stellen Sie sich vor, Sie müßten 140 km fahren, um zur nächsten Apotheke zu gelangen. Das entspricht etwa einer Entfernung von Stuttgart bis fast nach Würzburg, von Bad Urach bis nach Singen. Im Kirchenbezirk des Rift Valley im Herzen Tansanias (fast 1,5 mal so groß wie Baden-Württemberg) gibt es noch keine einzige Apotheke. Die Menschen in Manyoni, im Zentrum des Kirchenbezirks, müssen bis zur nächsten Apotheke die 140 km nach Dodoma zurücklegen; und die wenigsten von ihnen haben ein Auto!

Schon lange ist es der Anglikanischen Kirche in Tansania ein Anliegen, in der Kleinstadt Manyoni mit ca 17.000 Einwohnern ein medizinisches Zentrum mit integrierter Apotheke aufzubauen. Diese spannende Aufgabe wartet auf mich, wenn ich im November nach Tansania ausreisen werde. Gut, daß ich sie nicht aus eigener Kraft bewältigen muß, sondern in der Gewißheit gehen darf, daß unser allmächtiger Herr schon dort ist, um die Dinge vorzubereiten.

 

Schon als Kind hörte ich gerne Berichte von Missionaren und las gerne Lebensbilder und Geschichten aus der Mission. Allerdings hatte ich dabei immer den Gedanken im Hinterkopf:

"Das könnte ich nie!!!"

So weit weg sein von zu Hause, kein Schwäbisch mehr reden können, der Gedanke, daß mir Ameisen durchs Mittagessen marschieren oder ich Delikatessen wie Ratten o.ä. essen müßte, schreckte mich ab.

Doch gegen Ende meines Studiums sprach mich eine Sonntagspredigt über Jesajas Berufung so an, daß ich den Gedanken an die Mission nicht mehr los wurde. Ein Jahr später hielt ich es nicht mehr aus und meldete mich zu einem Gespräch bei unserem Pfarrer an, der diese Predigt gehalten hatte. Zum Abschluß des Gesprächs meinte er - wie ich befürchtet hatte:

"Elisabeth, ich glaube, daß Gott dich in die Mission ruft!"

Damit begann ein langer Prozeß, in dem Gott mein Herz veränderte, mir die Angst vor Unbekanntem nahm und mir seine Liebe für die Menschen schenkte.

 

Meine Liebe für Afrika entdeckte ich bei einem Kurzeinsatz von 2 Monaten in Gambia (West Afrika). Die Einladung nach Tansania bekam ich während meiner Bibelschulzeit in England. Ich nahm die Einladung an und leitete in der Hauptstadt Dodoma fast 6 Jahre lang eine kirchliche Apotheke. Als dann mein Vertrag dort zu Ende war, kam der dringende Ruf von Bischof John Lupaa aus dem Nachbarkirchenbezirk "Komm herüber und hilf uns...!! Hilf uns, die lange geplante Apotheke aufzubauen."

Dankbar blicke ich auf meine Zeit in Dodoma zurück, die mir nun für das neue Projekt als gute Vorbereitung dient. Denn, um Sprache und Kultur kennen zu lernen, benötige ich jetzt keine Zeit mehr. Die pharmazeutischen Behörden und Großhändler kenne ich schon - und sie kennen mich. So ist die Ausreise für mich kein Schritt ins gänzlich Ungewisse, sondern in von Gott vorbereitete Verhältnisse.

 

Jeder Tag, den ein Mensch ohne Jesus Christus verbringt, ist ein verlorener Tag, denn nur durch Jesus Christus ist Vergebung möglich. Nur durch Christus können wir zu Gott unserem Schöpfer und liebenden Vater zurückkommen, denn er sagt von sich selbst: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Joh 14,6) Diese frohe Hoffnungsbotschaft muß hinausgetragen werden in die Welt. Das können nur Christen tun. "Gewöhnliche" Entwicklungshelfer bringen den Menschen in weniger entwickelten Ländern nur die vergängliche Hoffnung in irdische Dinge wie Brunnen, Straßen, technische Entwicklungen... was ja an sich nichts Schlechtes ist. Doch die mächtige Kraftquelle in der Ohnmacht des Alltags und die Hoffnung auf ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott - ohne Schmerzen, Leid, Tränen und Not - das gibt es nur im christlichen Glauben. Deshalb will ich in Tansania nicht nur als Apothekerin helfen, sondern gleichzeitig auch ein Zeugnis für Jesus sein.

 

Dabei liegt mir besonders die evangelistische Arbeit unter Kindern am Herzen. Ca 44% der Bevölkerung Tansanias sind unter 15 Jahre alt! (Zum Vgl: in Deuschland sind 16,5% unter 18 Jahre alt.) Diese Kinder von heute sind die Erwachsenen von morgen. Deshalb ist es mir wichtig, daß auch sie die Liebe Gottes erfahren und Jesus kennenlernen.

So werde ich mich in Manyoni und Umgebung in der kirchlichen Kinderarbeit, im Kindergottesdienst, bei Veranstaltungen für Kinder und im Unterricht über Kinderarbeit an der Bibelschule engagieren. Schon heute freue ich mich darauf, in die strahlenden Kinderaugen blicken zu dürfen.

 

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit in Tansania wird die Betreuung der Partnerschaft zw dem Kirchenbezirk des Rift Valley und den beiden Kirchenbezirken Bernhausen und Bad Urach sein. Dazu gehört v.a. die Kommunikation zwischen hier und dort in der jeweils am besten verständlichen Sprache (also Schwäbisch bzw Suaheli). Außerdem werde ich bei der Auswahl von Projekten beraten und dabei helfen, die entsprechenden Projektanträge zu schreiben. Ist dann ein Projekt in der Durchführung, werde ich dafür sorgen, daß die Spenden projektgebunden eingesetzt und die entsprechenden Berichte, Abrechnungen und Bilder nach Deutschland geschickt werden. Es ist also eine Art Botschafterfunktion, die mir da zufällt.

 

Allen, die durch ihre Gebete und Gaben dazu beitragen, daß ich in Tansania als Botschafterin mit Wort und Tat den Menschen Gottes Liebe weitergeben kann, danke ich von ganzem Herzen!